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*Drei Projektphasen nach B.C. Lievegoed (*1905 – 1992)


 „Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele
sich bildet die ganze Gemeinschaft,
und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft."

Rudolf Steiner   (1861 - 1925)


Es ist gut, wenn die Teilnehmer ein Bewusstsein für Gruppenbildungsprozesse haben. Die Gruppe kann dann aktiver auf soziale Kompetenz hin arbeiten, z. B. anhand der 3 Stadien nach Lievegoed, die ein Projekt durchläuft:
 

  1. Gründungsphase: kreatives Chaos. Jeder überblickt den gesamten Prozess und kann auf Zuruf an jeder Stelle einspringen. Zeit und Aufwand spielen keine Rolle, die Begeisterung trägt. Vorteil: Hohe Flexibilität, rasch an neue Situationen anpassbar. Nachteil: Nicht reproduzierbar, schon nach kurzem kräftezehrend, da ständige Präsenz und Verantwortung von allen gefordert. Zuständigkeiten werden vermischt, da nicht festgelegt.
    Das Team handelt im Idealfall spontan richtig (Empfindungsseele).
     
  2. Organisationsphase: Das Projekt wächst, wird unübersichtlicher, Arbeit und Zuständigkeit muss aufgeteilt und die Aufteilung eingehalten werden. Vorteil: Das Team ist durch Aufgabenteilung leistungsfähiger, effizienter. Nachteil: Die Einhaltung der Absprachen und Zuständigkeiten erfordert (Selbst-)Disziplin, sonst entsteht unkreatives Chaos. Der Einzelne ist nicht mehr ohne weiteres ersetzbar.
    Das Team handelt im Idealfall klug und zweckmäßig (Verstandes- und Gemütsseele).
     
  3. Intuitive Phase: Die Regeln sind so gut eingeübt, dass wieder frei damit umgegangen werden kann, d. h. jeder hat ein Bewusstsein vom Ganzen, von seiner Stellung im Ganzen und von der Stellung der Anderen im ganzen Zusammenhang.
    Das Team handelt im Idealfall weisheitsvoll (Bewusstseinsseele).
     
    Der oben zitierte Spruch von Rudolf Steiner arbeitet auf die 3. Phase hin. Lievegoed betont aber, dass es unverzichtbar ist, die zweite Phase - mühsam - zu durchlaufen, und zu überwinden, weil sonst die dritte, intuitive Phase niemals erreicht werden kann. Oder, um es mit Novalis zu sagen:

          „Die intuitive Methode ist immer die Folge der systematischen."            Novalis (1772 - 1801)

 
 

Zum Verständnis der Gruppendynamik: Teamblidung in fünf Phasen nach Bruce Tuckman (1965)
  1. ‚Forming' oder ‚Warming': Kennenlernphase. Das Team lernt sich kennen, wird warm miteinander, jeder benimmt sich so, wie er idealer Weise gesehen werden möchte. Wahrnehmung der Fähigkeiten der Anderen wird erworben.
     
  2. ‚Storming': Konfliktphase. Jetzt reibt man sich an der Andersartigkeit der anderen, Rollen werden in Frage gestellt, Untergruppen gebildet. Konfliktfähigkeit wird erworben.
     
  3. ‚Norming': Organisierungsphase. Es kristallisieren sich neue Strukturen und Normen in der Gruppe heraus. Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft wird erworben.
     
  4. ‚Performing': Arbeitsphase. Hier läuft die Gruppe zu ihrer Hochform auf. Alle Bemühung kommen dem ursprünglichen Auftrag zugute. Die Gruppe ist jetzt auch offen für die Kooperation mit anderen Gruppen.
     
  5. ‚Termination': Abschlussphase. Themen werden abgeschlossen, die Gruppe löst sich auf, hat ihr Ziel erreicht (oder auch nicht), jeder geht wieder seiner Wege. Rückblick, Evaluation.
     
    Wenn wir regelmäßig eine Standortbestimmung vornehmen bei den Teamsitzungen, dann sind wir vielleicht gelassener, weil wir wissen, welche Phase die Gruppe gerade durchläuft und was wir dabei zu lernen haben.
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