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Team-Anschreiben vor der Reise

Wichtige medizinische Informationen zum Haiti-Hilfseinsatz Erdbeben 2010

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und gehört zur Gruppe der am wenig­sten entwickelten Länder. Das Land leidet an den Folgen schwerer Über­schwem­mungen, Über­be­völkerung, Verelendung breiter Volksschichten, verbreiteten Krankheiten sowie schlech­ten hygieni­schen Verhältnissen. (www.auswaertiges-amt.de)

Gesundheitsrisiken

Malaria: Ausschließlich Malaria tropica. Ganzjähriges Risiko, geringer zwischen Dezember und April (keine Regenzeit), in den höher gelegenen Regionen, abseits von Waldgebieten und in den Stadtgebieten. Wird von Stechmücken (Anopheles) vor allem abends und nachts übertragen. Kann auch durch Kontakt mit erregerhaltigem Blut übertragen werden.

Dengue-Fieber: Besonders August bis Februar. Wird von Stechmücken vor allem tagsüber  übertragen. Bei sonst Gesunden meist harmloser Krankheitsverlauf ohne Folgeschäden, jedoch auch schwere Verläufe möglich. Ganztätiger Mückenschutz hilft präventiv.

AIDS: Außerhalb Afrikas ist Haiti das Land mit der höchsten Rate an HIV-Infizierten. Die Zahl der Infizierten übertrifft die der anderen karibischen Staaten um ein Vielfaches.

Cholera, Typhus, Hep. A, u.a.m.: Über Nahrungsmittel übertragen. Zum Schutz vor Margen-Darm-Infektionen gelten drei goldene Regeln (s. u.).

Therapie ist die Flüssigkeitszufuhr (Trinken; bei starkem Erbrechen und schlechtem Allgemeinzustand auch Infusion). Keine bleibenden Schäden zu erwarten.

Masern: Immer wieder grassieren unter den einheimischen Kindern die Masern. Wer sie als Kind selbst durchgemacht hat braucht keine Ansteckung zu befürchten, wer gegen Masern geimpft wurde, kann bei Bedaerf seinen Impftiter bestimmen lassen, um zu sehen, ob ein Impfschutz angenommen werden kann. Meist werden Masern von Geimpften in milderer Form durchgemacht, wenn es überhaupt zu einem Ausbruch kommt. Achtung: Masern sind schon ansteckend, bevor man die Symptome sieht. Auch Geimpfte können Masern übertragen, wenn sie sich angesteckt haben.

Zika-Virus: Von durch Mücken übertragbare Virus-Infektion, die klinisch ähnlich wie Dengue-Fieber verläuft, allerdings für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellt. Keine Impfung oder Chemoprophylaxe  verfügbar.

Impfschutz und Prophylaxe

Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt Impfschutz gemäß der STIKO-Empfehlungen, insbesondere gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus.

Sicherheitslage

Die Gewaltkriminalität in der Hauptstadt Port-au-Prince war vor dem Erdbeben nicht höher als in anderen Metropolen dieser Welt. (www.auswaertiges-amt.de)

Durch den aktuellen Notstand hat sich die Sicherheitslage in der Hauptstadt Port-au-Prince verschlechtert. Daher sollen nun 3500 US-Soldaten die UN-Truppe sowie die örtliche Polizei verstärken. Hilfsgütertransporte müssen mit Militäreskorte vor Plünderung geschützt werden.

Keine Wertsachen mitnehmen. Auf Reisepapiere achten (Pass, Ticket, etc.!), das Mitführen von Kopien reicht meist aus.

Naturkatastrophen

Neben dem Erdbeben sind auch wiederholt Hurrikans beobachtet worden. Hurrikan-Saison ist aber nur von Juni bis November. Aktuelle Hurrikan-Informationen unter www.nhc.noaa.gov. Ferner kam es in der Vergangenheit zu schweren Über­schwem­mungen.

Klima

An der Küste tropisch, in den (teilweise über 2000 Meter hohen) Bergen deutlich kälter: dort sind im Winter auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt möglich. In Port-au-Prince ist im Februar mit Temperaturen zwischen tagsüber 30 – 35 °C und nachts 18 – 22 °C zu rechnen. Niederschläge auch außerhalb der Regenzeit. (www.wetteronline.de/Haiti.htm)

Was kann man für die eigene Gesundheit tun?

Das Immunsystem lässt sich auf verschiedene Weise stärken. Hier einige Möglichkeiten.

  • Genügend Zeit lassen zur Akklimatisation und um das Jet lag zu überwinden
  • Auf ausreichendes Schlafpensum achten
  • Arbeitspensum strikt begrenzen (Merke: Die Arbeit hört nie auf, das Leben schon)
  • Wer keine Angst vor Ansteckung hat, wird seltener krank
  • Ausgewogene Ernährung (vor allem auch im Vorfeld der Reise)

Zum Schutz vor Margen-Darm-Infektionen (Cholera, Typhus, Hepatitis  A, andere Durchfallerreger) gelten drei goldene Regeln:

  1. „Boil it, peel it or leave it" (Die Erreger halten sich an der Oberfläche auf). Regel: Nur essen, was gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt.
  2. 20 Minuten vor - bis 20 Minuten nach dem Essen nichts trinken (damit die Magensäure nicht verdünnt wird und die Erreger ausreichend abtöten kann).
  3. Hand-Mund-Kontakt meiden. Vor jedem Essen Hände mit Seife waschen.

Ferner ist zu beachten:

  • Beachtung der Expositionsprophylaxe gegen Malaria (s. separates Merkblatt zum Mückenschutz)
  • Immer festes Schuhwerk tragen: Schützt vor Insekten, Reptilien und schlecht heilenden Wunden durch rostige Nägel usw.
  • Kontakt mit Köperflüssigkeiten der örtlichen Bewohner meiden (Hep. B, HIV, Malaria).  Schutzhandschuhe immer dabei haben, ggf. tragen.
  • Während des Fluges auf ausreichende Trinkmenge und Bewegung der Beine achten (Thromboseprophylaxe)
  • Kopie des Impfausweises mitnehmen.

Für die medizinische Betreuung des Teams während der Reise haben wir ein medizinisches Kompetenzteam (Medi Team) gebildet, das aus folgenden Mitarbeitern besteht:

xxx  (Krankenschwester)   Reiseapotheke, Betreuung                  

yyy  (Ärztin)                     Reiseprophylaxen, Behandlung

zzz  (Arzt)                       Koordination Medi Team und Therapeuten

Für weitere Rückfragen und individuelle Beratung stehen wir gerne zur Verfügung. (Erreichbarkeit siehe Team-Adressenliste).

Nun wünschen wir allen eine effektive Vorbereitungszeit und eine gute Anreise!

Für das Medi Team

Michael Schnur

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